Campact

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Dragon
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Re: Campact

Beitrag von Dragon » Di 11. Feb 2020, 09:52

Die Gefahr wächst

Der Tabubruch von Thüringen zieht Kreise: Annegret Kramp-Karrenbauer gibt den CDU-Vorsitz ab. Es besteht die Gefahr, dass sich die CDU nun für eine Zusammenarbeit mit der AfD öffnet. Wir sagen: Nicht mit uns! Schon am Samstag wollen wir mit Tausenden in Erfurt zeigen: Keine Deals mit Nazis! Doch so schnell eine große Demo zu stemmen, ist ein finanzieller Kraftakt. Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung – spenden Sie jetzt für den Protest.

Hallo

nach dem Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer vom Parteivorsitz ist der Richtungsstreit in der Union voll entbrannt: Macht die erzkonservative „Werte-Union“ als Brücke zu den Rechtsradikalen der AfD weiter Boden gut oder setzen sich Kräfte der Mitte durch? Fakt ist: Nach dem Rücktritt ist jetzt völlig offen, ob der Dammbruch von Thüringen das Ende oder erst der Anfang der Kooperation zwischen CDU und AfD war.

Es war bisher Konsens unter allen Demokrat*innen, dass Rechtsextremist*innen nie wieder bestimmenden Einfluss auf die Geschicke unseres Landes haben dürfen. Wir Bürger*innen sind es, die diesen Konsens jetzt einfordern müssen. Bei allem Übel, das letzte Woche passiert ist: Erst der schnelle und massive Protest der Zivilgesellschaft hat dafür gesorgt, dass es die nötigen Rücktritte in Thüringen gab.

Nur dürfen wir jetzt nicht nachlassen! Mit einer großen und breit getragenen Demonstration wollen wir daher an diesem Samstag zeigen: #NichtMitUns – Kein Pakt mit Faschist*innen, niemals und nirgendwo! CDU und FDP müssen merken: Wer mit der AfD paktiert, verliert. Bitte machen auch Sie sich auf den Weg, um für unsere Demokratie zu streiten:

Ort: Erfurt, Domplatz (Stadtplanlink)
Zeit: Samstag, 15. Februar, 13 Uhr

Bald sind Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Und man mag es kaum glauben, aber dort ist die CDU noch offener gegenüber der AfD. Ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender schließt sogar eine von der AfD abhängige CDU-Minderheitsregierung für Sachsen-Anhalt nicht aus.[1]

Sie merken: Die Mauern gegenüber Rechtsradikalen bröckeln. Dabei müssten sie nach Thüringen höher sein als bisher! Und genau das fordern wir an diesem Samstag in Erfurt.

Noch nie haben wir zusammen mit unseren Partnerorganisationen eine so große Demo in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt. Wir müssen jetzt sehr schnell Flyer drucken, Anzeigen schalten und Plakate kleben. Insgesamt 15.000 Euro haben wir kalkuliert. Und wir bitten Sie: Machen Sie die Demo am Samstag möglich – mit Ihrer Spende. Schon mit 5 Euro helfen Sie enorm!

Nach der Wahl von FDP-Mann Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten durch CDU, FDP und AfD dauerte es nicht lange, bis im ganzen Land spontan mehr als 20.000 Menschen auf die Straße gingen: Fassungslos und wütend standen sie in Erfurt vor dem Landtag oder vor der FDP-Parteizentrale in Berlin. Innerhalb eines Tages unterzeichneten rund 190.000 Menschen unseren Eil-Appell für einen Rücktritt Kemmerichs. Als der überfällige Rücktritt dann kam, begründete Kemmerich ihn auch mit den Reaktionen der Bürger*innen. Das macht Mut und zeigt, wie einflussreich wir als Zivilgesellschaft sind.

Wir wollen genau dort weitermachen: am Samstag auf den Straßen Erfurts. Getragen wird die Demo neben Campact von #unteilbar, dem DGB Bundesverband, Verdi, Aufstehen gegen Rassismus sowie vielen Akteur*innen aus Thüringen wie dem Bündnis zusammenstehen, dem BUND und Fridays For Future. Gemeinsam sagen wir: Macht nie wieder gemeinsame Sachen mit der AfD! Bitte unterstützen Sie uns dabei, in kürzester Zeit eine große und machtvolle Demonstration der Zivilgesellschaft zu starten – mit Ihrer Spende! Schon mit 5 Euro bringen Sie die Demo weit nach vorne.

Spenden Sie hier für die Demo
Ich kann heute leider nicht spenden
Herzlichen Dank!
Ihr Campact-Team

PS: Wie erfolgreich eine Bürgerbewegung im Kampf gegen Rechtsextremist*innen sein kann, hat Italien gezeigt. Dort verhinderten die riesigen Demos der Sardinen-Bewegung den sicher geglaubten Wahlsieg von Ex-Innenminister Matteo Salvini und seiner radikalen Lega in der Emilia-Romagna.[2] Unterstützen Sie deshalb die Großdemo am Samstag in Erfurt.

Spenden Sie hier für die Demo

Falls Sie das bevorzugen, können Sie auch direkt auf unser Aktionskonto überweisen:

Campact e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE51 2512 0510 6980 0014 71
BIC BFSWDE33HAN


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Re: Campact

Beitrag von Manu » Do 13. Feb 2020, 07:33

Ihr Lieben,

ich bin überwältigt von den vielen Solidaritätsnachrichten!

Danke, dass ihr meine Petition "Effektiver Opferschutz von Betroffenen der Onlinekriminalität" unterzeichnet habt!

Ich muss zugeben, dass ich mich sehr lange sehr einsam und alleingelassen gefühlt habe. Ich wusste nicht, was ich machen soll, oder wo ich mir Hilfe holen kann. Das ist nämlich eins der größten Probleme bei Hassangriffen, deren Ursprung im Netz liegt: Betroffene wissen oft nicht, wo sie Hilfe und Unterstützung bekommen. Gegen dieses Problem schlage ich in meiner Petition vor, dass die Polizei mit Informations- und Beratungsstellen kooperiert, die Betroffenen mit konkreter, akuter Hilfe und psychologischer Unterstützung zur Seite stehen.

Als das Ganze für mich begann, erhielt ich auf Twitter täglich mehrere Suizidaufforderungen. Das machte mich fertig, und als ich einem anderen User schrieb "Ich kann nicht mehr", wurde das von vielen als Erfolgsschein genommen. Sie teilten Screenshots von meiner Aussage, um die Wirksamkeit ihrer Hasskampagne zu beweisen, um zu zeigen, wie sie es mir so richtig gezeigt hätten. Sie hatten ein Erfolgserlebnis. Wie sie gefeiert hätten, wenn ich das tatsächlich nicht ausgehalten und mir das Leben genommen hätte?

Das mag zwar übertrieben klingen, allerdings ist das bereits in den USA passiert. Die 18-jährige Brandy Vela nahm sich vor den Augen ihrer Eltern das Leben, weil sie das jahrelange Mobbingnicht mehr aushielt. Vela wurde gemobbt - mit Fakeprofilen, frauenfeindlichen Beleidigungen, durch Stalking u.a. Als sie Hilfe suchte, hieß es, dass man nichts machen könne. Hier erzählt ihre Schwester, wie es war. Und hier kann man nachlesen, dass selbst nach ihrem Suizid weiterhin Fake-Profil in ihrem Namen geöffnet wurde, auf denen sich Menschen über ihren Tod lustig machten.

Zuerst bis in den Suizid quälen und sich dann darüber lustig machen. So weit geht die Gewalt, deren Ursprung im Netz liegt.

Während die Anonymität so furchtbare Taten erlauben kann, brauchen das andere unbedingt, um sich auf den sozialen Netzwerken politisch äußern zu können, ohne Angst um ihr Leben haben zu müssen. Wir wissen, dass Nazis Feindeslisten führen, auf denen Namen und Adressen stehen. Während politische Gegner*innen von Nazis zur Zielscheibe gemacht werden, werden andere alleine aufgrund ihrer Existenz angefeindet, selbst wenn sie sich nicht politisch äußern, zum Beispiel wie bei den NSU-Morden.

Die NSU-Morde und der Umgang damit traumatisierte in Deutschland mehrere Generationen von Menschen mit Migrationsgeschichte. Der Mord an Walter Lübcke verursachte teilweise Retraumatisierungen, vor allem aufgrund der stechenden Ruhe nach dem Attentat. Eine Freundin fragte mich, ob sich die Öffentlichkeit überhaupt für "unser" Schicksal interessieren würde, wenn "uns" dasselbe passiert. Immerhin schwieg die Öffentlichkeit zuerst einmal, obwohl es um einen konservativen CDU-Politiker ohne Migrationsgeschichte ging. Diese Frage stammt aus den Wunden, die der Umgang mit den NSU-Morden verursachte.

Anonymität schützt Leben. Die Bundesregierung will allerdings, dass mehr Überwachung im Netz eingeführt wird. So sollen die Daten der Nutzer*innen von gemeldeten Inhalten auf den sozialen Netzwerken - egal, ob es sich tatsächlich um strafbare Inhalte handelt - gleich an die LKAs weitergeleitet werden. Der Gesetzesentwurf von Christine Lambrecht für eine Reform des NetzDG sieht sogar vor, dass künftig alle Telemediendienste selbst bei Ordnungswidrigkeiten die Daten der Nutzer*innen an die Behörden geben. Das ist Überwachung, und Überwachung schützt nur die Falschen. In meiner letzten Kolumne habe ich ausführlich erklärt, warum ich NetzDG für disfunktional halte. Ich bin überzeugt, dass NetzDG nicht reformiert, sondern abgeschafft werden muss.

Viele fragen mich über E-Mails, wie sie mir helfen können. Erstmal: Danke! Alleine diese Frage bedeutet mir viel und zeigt, dass es vielen nicht egal ist, was da passiert. Gerne könnt ihr weiterhin meine Petition über eure Netzwerke verbreiten. Und wenn ihr mir noch anderweitig helfen wollt, könnt ihr immer meine Texte lesen - das ist für mich das Wichtigste. Aufgrund der Angriffe komme ich inzwischen viel mehr als Opfer zu Wort als als politische Autorin. Viel mehr muss ich über die Gewalterfahrungen sprechen als über meine Arbeit. Die Gewalt und der Umgang damit kostet unfassbar viele Ressourcen und lenkt mich vom Wesentlichen ab - von der politischen Arbeit, die ich machen möchte, und von meinen Zielen, die ich als Autorin erreichen möchte. Genau das ist auch deren Ziel. Lasst das bitte nicht zu.

Ich danke euch herzlich für eure Unterstützung.

Liebste Grüße
Sibel Schick


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Re: Campact

Beitrag von Anne » Do 5. Mär 2020, 12:56

Tränengas gegen Kinder. Schlagstöcke, Wasserwerfer und Schüsse auf schutzlose Menschen. Es sind dramatische Szenen, die sich in diesem Moment an der griechischen EU-Grenze abspielen. [1] Und das, während in Deutschland Not-Unterkünfte leer stehen und zahlreiche Kommunen anbieten, Geflüchtete aufzunehmen. [2] Einer kann das Leid der Menschen in Griechenland beenden: Horst Seehofer. Doch der mauert.

Was denken Sie: Sollten wir dazu eine Kampagne starten?

Ja, Campact sollte eine Kampagne starten. hier lang
Nein, das wäre ein Fehler. hier lang
Unsere Kampagnen sind dann erfolgreich, wenn viele Campact-Unterstützer*innen sie mittragen. Deswegen fragen wir Sie und 10.999 andere Campact-Unterstützer*innen nach Ihrer Meinung. Ob wir dazu eine Kampagne starten, hängt auch von Ihrer Teilnahme ab.

Herzliche Grüße
Antonia Becher, Campaignerin


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Re: Campact

Beitrag von Anne » Sa 14. Mär 2020, 14:10

dies ist eine ungewöhnliche Mail von uns – denn die Zeiten erfordern ungewöhnliche und drastische Schritte. Gemeinsam wenden wir uns sonst zumeist an die Politik. Doch mit der Corona-Krise ist jetzt auch jede*r von uns ganz persönlich gefragt. Es gibt 2,3 Millionen Campact-Unterstützer*innen – wenn wir gemeinsam solidarisch handeln, können wir helfen, die schlimmsten Auswirkungen der Krise zu verhindern.

In italienischen Krankenhäusern zeigen sich derzeit die grausamen Folgen des Coronavirus: Ärzt*innen und Pflegekräfte können nicht mehr allen Erkrankten helfen, sondern müssen abwägen, wer behandelt wird. Die Kapazitäten genügen nicht, um alte oder schwerkranke Menschen zu betreuen. Besonders lebensrettende Beatmungsgeräte fehlen. „Diese Personen haben statistisch gesehen keine Chancen, das kritische Stadium der Infektion zu überleben. Diese Personen werden bereits als tot angesehen“, so drastisch beschreibt es ein italienischer Intensivmediziner.[1]

Solche Situationen drohen auch in Deutschland – wenn wir nicht schnell handeln. Die letzten Tage und Stunden zeigen: Das Virus breitet sich in Deutschland ebenso rapide aus wie in Italien.[2] Doch wir haben noch die Chance, es zu verlangsamen. Im Vergleich zu Italien haben wir einen Vorteil von einigen Tagen oder Wochen.[3] Den müssen wir jetzt nutzen: indem wir die Ausbreitung des Virus bremsen, damit unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. So haben auch alle Schwachen in unserer Gesellschaft – ältere, einsame, arme Menschen – eine Chance auf eine Behandlung, die Leben rettet.

Damit das gelingt, müssen Politik und Behörden handeln. Aber auch jede*r Einzelne ist gefragt. Denn wir alle können das Virus verbreiten, auch wenn wir selbst keine Symptome zeigen. Daher unsere dringende Bitte an Sie:

Bitte bleiben Sie zu Hause, wann immer es Ihnen möglich ist. Vermeiden Sie Reisen, Termine und Treffen. Gehen Sie nicht in die Kneipe oder zum Sport und arbeiten Sie – wenn das bei Ihrer Arbeit möglich ist – von zu Hause. So schützen Sie sich selbst, aber vor allem helfen Sie, das Virus zu bremsen. Das rät das Robert-Koch-Institut[4], denn diese Schritte waren in anderen Ländern besonders wirkungsvoll.[5] Eine „soziale Distanzierung” ist weder Panik noch Egoismus – sie ist ein Akt der Solidarität mit denjenigen, die durch das Virus in Lebensgefahr geraten.
Bitte unterstützen Sie durch das Virus besonders bedrohte Personen. Ältere oder bereits durch Krankheiten geschwächte Menschen müssen sich vor Ansteckung schützen.[6] Sie sind nun auf unsere Hilfe angewiesen. Fragen Sie Bekannte, Freund*innen und Nachbar*innen, die zu diesem Kreis gehören, ob Sie beim Einkauf oder anderen Besorgungen helfen können.
Bitte teilen Sie diese Informationen. Je mehr Menschen sie erhalten, desto größer ist die Chance, den Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern. Die kommenden Tage entscheiden: Geht die Ansteckungsrate steil nach oben oder flacht die Kurve in Deutschland ab? Deswegen bitten wir Sie: Leiten Sie diese Mail jetzt an Ihre Bekannten weiter oder teilen Sie den Aufruf in den sozialen Medien.

Um die schlimmsten Folgen der Corona-Krisend Infos per WhatsApp teilen
Hier klicken und Infos per E-Mail teilen zu verhindern, zählt vor allem eines: Es muss jetzt schnell gehen. Derzeit verbreitet sich das Virus bei uns exponentiell. Etwa alle drei Tage verdoppelt sich die Anzahl der Infektionen. Geht es in diesem Tempo weiter, wären in einem Monat bereits eine Million Menschen infiziert.[2]

Die Tageszeitung „taz“ hat vorgerechnet, was dies für unser Gesundheitssystem bedeuten würde: Mindestens 50.000 Menschen müssten in diesem Fall auf Intensivstationen behandelt werden – Plätze gibt es aber in ganz Deutschland nur 28.000. Und die sind zu großen Teilen bereits mit anderen schwerkranken Menschen belegt.[2] Gelingt es uns, das derzeitige Tempo der Corona-Ausbreitung zu halbieren, gäbe es in einem Monat nicht eine Million Infizierte – sondern 32.000. Ärzt*innen, Pfleger*innen und Krankenhäuser könnten die Krise bewältigen.

Je weiter das Virus jedoch verbreitet ist, desto schwieriger wird es, die Anzahl der neuen Infektionen zu reduzieren. Daher unsere eindringliche Bitte: Lassen Sie uns die kostbare Zeit nutzen und gemeinsam Alles tun, um das Virus zu bremsen.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung.

Mit herzlichem Dank
Luise Neumann-Cosel, Teamleiterin Kampagnen
Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer

PS: Die Corona-Krise wirft auch politische Fragen auf: Wieso ist unser teilprivatisiertes Gesundheitssystem so auf Kante genäht, dass es für eine solche Krise nicht besser gewappnet ist? Braucht es jetzt eine finanzielle Unterstützung Italiens, damit wir nicht alle in eine Eurokrise abrutschen? Warum ist bei dieser kurzfristigen Krise ein drastisches Handeln möglich, während es bei der langfristigen Klimakrise fehlt? Und wie sieht Protest aus, wenn Demonstrationen ausfallen müssen? Über all dies denken wir gerade nach. Und wollen in einigen Tagen unsere Gedanken mit Ihnen teilen. Doch jetzt geht es uns erstmal um Praktisches – wir müssen alles tun, um die Krise einzudämmen.


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Re: Campact

Beitrag von kleine-Hexe » Do 19. Mär 2020, 13:40

Ein starkes Gesundheitssystem

Viele Krankenhäuser in Deutschland sind schon jetzt voll – und wir sind wohl erst am Beginn der Corona-Pandemie. Jetzt muss die Regierung diejenigen stärken, die in der Krise Menschenleben retten. Wir brauchen ein Gesundheitssystem, das langfristig gut aufgestellt ist. Das fordert Ulla Hedemann, Pflegerin auf der Kinderintensivstation, in ihrer Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact. Unterstützen Sie sie jetzt.



Hallo

auf der Kinderintensivstation – seit zehn Jahren. Ulla Hedemann ist Pflegerin in der Berliner Charité. Sie und ihre Kolleg*innen wollen die Menschen in der Corona-Krise bestmöglich versorgen. „Doch wenn immer mehr Menschen krank werden, bringt das unser Gesundheitssystem an seine Grenzen. Schon vor der Krise stand das System seit Jahren unter Stress – zu wenig Personal, schlechte Bezahlung, Profitorientierung“, sagt Ulla Hedemann.

Durch die Corona-Krise kommt eine enorme Herausforderung hinzu: Es mangelt an geschultem Personal, Schutzausrüstung und Testzentren. Das kann viele Menschenleben kosten – wie derzeit in Italien.[1] Deswegen hat Ulla Hedemann eine Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Sie will, dass die Politik den Ernst der Lage begreift – und handelt.

Wir erleben gerade drastische Veränderungen: Schulen und Kitas sind geschlossen, alle Konzerte und Sport-Events abgesagt. Beim Gesundheitssystem reagiert die Regierung langsamer. Dabei muss sie gerade jetzt alle notwendigen Ressourcen für Krankenhäuser und die engagierten Gesundheitsarbeiter*innen bereitstellen. Das rettet zwar keine Profite – aber Menschenleben. Auch über die Krise hinaus.

Ulla Hedemann weiß, was jetzt gebraucht wird: mehr Personal und Schutzkleidung, mobile Test-Teams und ein Ende der Klinikschließungen. Die Menschen, die in Kliniken arbeiten, brauchen jetzt unsere Solidarität! Wenn mindestens 100.000 unterschreiben, wollen wir Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) per Live-Schaltung direkt mit der erfahrenen Ulla Hedemann zusammenbringen. So machen wir klar: Die Regierung muss jetzt spürbar in Krankenhäuser investieren. Nur so geht unser Gesundheitssystem gestärkt aus der Krise hervor. Unterstützen Sie Ulla Hedemann und unterzeichnen Sie ihre Petition.

Lange Schichten, ständig unterbesetzt und zu wenig Zeit für die Patient*innen – für Ulla Hedemann ist das belastender Alltag auf der Kinderintensivstation.[2] Doch in der Corona-Krise erreicht die Belastung eine neue Ebene.[3] „Jetzt rächt sich die Privatisierungswelle und Profitorientierung der letzten 20 Jahre“, sagt Hedemann. Deshalb engagiert sie sich mit anderen Gesundheitsarbeiter*innen der Berliner Charité für bessere Bedingungen.

„In der Krise wird besonders deutlich: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen, nicht die Profite – gerade im Gesundheitssystem“, betont Hedemann. Jetzt müssen wir schnell handeln. Denn sonst passiert nach der Krise nichts mehr für ein starkes Gesundheitssystem. Damit die Regierung aus ihren Fehlern lernt und Patient*innen und Klinikmitarbeiter*innen unterstützt: Unterzeichnen Sie jetzt die WeAct-Petition von Pflegerin Ulla Hedemann.

Hier klicken und WeAct-Petition unterzeichnen hier lang
Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da viele Campact-Aktive diese Petition unterstützen, möchten wir Sie mit dieser E-Mail gerne darauf hinweisen.

Herzliche Grüße
Olga Perov, Campaignerin für WeAct

PS: Pflegekräfte kollabieren vor Erschöpfung, ältere Menschen werden nicht mehr behandelt: Die Pandemie ist für Italien die größte Belastung des Gesundheitssystems seit dem Zweiten Weltkrieg.[1] Expert*innen warnen: In Deutschland könnten in weniger als zwei Wochen die gleichen Zustände herrschen. Wir müssen jetzt handeln und unsere Kliniken für die Krise wappnen. Unterzeichnen Sie jetzt die WeAct-Petition von Ulla Hedemann.


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Re: Campact

Beitrag von kleine-Hexe » Sa 21. Mär 2020, 12:06

Klinikpersonal: Sie verdienen mehr!

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise leisten Pfleger*innen und Ärzt*innen Übermenschliches – bei schlechter Bezahlung und hohem Ansteckungsrisiko. Dabei arbeitet das Klinikpersonal schon seit Jahren an der Belastungsgrenze. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) muss diesen Einsatz honorieren – mit einem Gehaltszuschuss. Unterzeichnen Sie jetzt.



Hallo

„Wir können nicht mehr“, sagt Krankenpfleger Alexander Jorde.[1] Schon seit Jahren leiden viele Ärzt*innen und Pfleger*innen unter zu hoher Belastung – schuld ist der Sparzwang im Gesundheitswesen.[2] Mit der Corona-Krise spitzt sich ihre Situation dramatisch zu: Klinikmitarbeiter*innen leisten Übermenschliches – und verdienen dabei oft viel zu wenig.[3]

In ihrer Fernsehansprache bedankte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen.[4] Doch unser Klinikpersonal verdient mehr als nur ein Dankeschön. Deshalb fordern wir: mehr Geld für Ärzt*innen und Pfleger*innen! Sie sollen einen monatlichen Zuschlag für ihren Krisen-Job bekommen – und zwar ab sofort.

Als Gesundheitsminister ist Jens Spahn (CDU) der Krisenmanager der Stunde. Auch von ihm braucht es mehr als ein einfaches Danke. Deshalb starten wir einen Appell und fordern Gehaltszuschläge für das Klinikpersonal. Unser Ziel: mindestens 100.000 Unterschriften. Die wollen wir dann als Anzeige gemeinsam mit unserer Forderung in möglichst vielen Tageszeitungen unterbringen. Dann wird sich Spahn kaum wegducken können.

Die Belastung in den Kliniken wird von Tag zu Tag größer. Darum zählt jetzt jede Stimme – auch Ihre, Manuela Giel. Bitte unterzeichnen Sie jetzt gleich unseren Appell an den Gesundheitsminister.


Der Krisenmodus im Gesundheitswesen ist nicht neu: Schon vor dem Ausbruch des Coronavirus mussten Intensivstationen Betten sperren. Der Grund: zu wenig Personal.[5] Überlastung und Stress sind für viele Beschäftigte der Normalzustand. Personalmangel, Hektik und lange Schichten bleiben nicht folgenlos: Ein Drittel der Pfleger*innen ist Burnout-gefährdet.[6] In kaum einer anderen Branche kündigen so viele Menschen ihren Job.[7]

Was dahinter steht: Krankenhäuser sollen Profite abwerfen – wie Unternehmen. Diese Logik drückt ihnen einen rigiden Sparzwang auf: weniger Personal für mehr Patient*innen in weniger Zeit. Darunter leiden die Patient*innen und die Mitarbeiter*innen. Langfristig braucht es im Gesundheitswesen höhere Löhne, mehr Personal – und keinen Wettbewerb in Krankenhäusern. Aber auch kurzfristig können wir Ärzt*innen und Pfleger*innen jetzt helfen: mit einem Gehaltszuschlag in der Krise.

Bitte machen Sie mit – und unterzeichnen Sie unseren Appell an Gesundheitsminister Spahn.
Klicken Sie hier zum Unterschreiben
Bleiben Sie gesund
Friederike Gravenhorst, Campaignerin

PS: Viele überarbeitete Pfleger*innen sind genervt von ihrem Minister: Schon vor Monaten wollte Jens Spahn bei ihnen punkten – mit ein paar Tafeln Schokolade.[8] Von fairer Bezahlung keine Spur. So billig darf der Gesundheitsminister nicht davonkommen! Mit Ihrer Hilfe holen wir das Thema in die Öffentlichkeit: Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell.


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Re: Campact

Beitrag von Anne » Mo 30. Mär 2020, 13:38

Allein in der Corona-Krise

Angst vor Corona und Sorge um den Arbeitsplatz – die Corona-Krise trifft berufstätige Alleinerziehende doppelt hart. Doch bisher bietet die Regierung für Einelternfamilien keine extra Unterstützung. Deshalb fordert der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact: Die Bundesregierung muss die Notfall-Kinderbetreuung öffnen und kleine Betriebe unterstützen, damit Alleinerziehende in Not bezahlt freigestellt werden. Unterzeichnen Sie jetzt die Petition des VAMV.

Jetzt klicken und WeAct-Petition unterzeichnen

Hallo

an einem Ohr die Telefonkonferenz mit den Kolleg*innen, am anderen das Kind mit Fragen zu Schulaufgaben – und gleichzeitig noch das Mittagessen auf dem Herd: Die Corona-Krise verlangt Eltern viel ab. Besonders belastet sind die berufstätigen Alleinerziehenden: keine Schule, keine Großeltern – und kein zweiter Elternteil, mit dem man sich bei der Betreuung abwechselt. Das bringt viele alleinerziehende Mütter und Väter an ihre Grenze – und darüber hinaus.

Die Corona-Krise wird voraussichtlich noch viele Wochen oder Monate andauern – das hält auf Dauer niemand ganz alleine durch. Deshalb brauchen berufstätige Alleinerziehende jetzt unsere Solidarität – und die Hilfe der Bundesregierung. Die hat zwar gerade ein milliardenschweres Paket geschnürt, um den Folgen der Corona-Krise zu begegnen.[1] Doch die Sorgen alleinerziehender Eltern kommen darin bisher nicht vor. Deshalb setzt sich der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) mit seiner Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, weiterhin für die Öffnung der Notfallbetreuung für alleinerziehende Berufstätige und die Unterstützung kleiner Betriebe ein. Alleinerziehende, so der VAMV, müssen bezahlt freigestellt werden, wenn es für ihre Kinder keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt.

Wenn Sie und viele Tausende Menschen jetzt unterzeichnen, zeigen wir der Regierung: Sie muss schnell eine Lösung für Einelternfamilien liefern. Bitte unterstützen Sie jetzt die Petition.


In Deutschland gibt es mehr als 1,55 Millionen Einelternfamilien mit Kindern unter 18 Jahren.[2] Oft sind die Alleinerziehenden Frauen und können nur in Teilzeit arbeiten. Sie sind drei Mal so häufig von Armut bedroht wie Familien mit zwei Eltern.[3] In der Corona-Krise fallen nun auch Betreuungsnetzwerke wie Schulen und Spielgruppen weg – aber auch die Großeltern, die zur Corona-Risikogruppe gehören.

„Urlaub nehmen, unbezahlt freistellen lassen oder Kurzarbeit ist für viele Alleinerziehende keine Option“, sagt Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des VAMV. „So viele Urlaubstage gibt es nicht. Und das Wegbrechen der einzigen Einkommensquelle kann für Einelternfamilien schnell existenzbedrohend sein.“ Das trifft nicht nur die alleinerziehenden Mütter und Väter, sondern vor allem auch die 2,4 Millionen Kinder, die in Einelternfamilien aufwachsen.[4]

Mit der Öffnung der Notfallbetreuung für berufstätige Alleinerziehende und einer Lohnfortzahlung kann die Regierung verhindern, dass die Krise für Einelternfamilien zur Katastrophe wird. Unterstützen Sie den Verband alleinerziehender Mütter und Väter und unterzeichnen Sie jetzt die WeAct-Petition.

Klicken Sie hier und unterzeichnen Sie die WeAct-Petition hier lang
Diese Petition wurde auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, gestartet. Es ist also keine Kampagne von Campact. Da viele Campact-Aktive diese Petition unterstützen, möchten wir Sie mit dieser E-Mail gerne darauf hinweisen.

Herzliche Grüße
Olga Perov, Campaignerin für WeAct

PS: „Ich stehe zur Zeit gegen fünf Uhr auf und arbeite, bis die Kinder wach sind. Dann frühstücken wir, ich versuche, dass mein älterer Sohn einen 60-Minuten-Block Mathe und eine Stunde Deutschunterricht macht und ich in dieser Zeit etwas Arbeit geschafft kriege“ – so sieht der Alltag der alleinerziehenden Mutter Verena Wirwohl derzeit aus.[5] Diese Belastung hält auf Dauer niemand aus. Die Regierung muss berufstätigen Alleinerziehenden jetzt helfen. Unterzeichnen Sie die WeAct-Petition.


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Re: Campact

Beitrag von Anne » Do 9. Apr 2020, 19:01

In Ecuador blieben Tote über Tage am Straßenrand liegen, weil die Bestatter überfordert waren: Corona bedeutet eine furchtbare Gefahr – für die ärmsten Länder noch viel mehr als für die reicheren. Noch furchtbarer ist es aber, dass den Regierungen beim Kampf gegen das Virus die Hände gebunden sind. Sie müssen oft einen Großteil ihres Geldes an die reichen Länder und internationale Banken überweisen. So bleibt fast nichts für den Kampf gegen Corona übrig. In Sambia fressen die Schuldendienste beispielsweise 30 Prozent des staatlichen Haushaltes.[1]

Und das in einer Situation, in der alle wissen, dass die Pandemie in den ärmsten Ländern apokalyptische Ausmaße erreichen kann: Gerade in städtischen Slumgebieten gibt es kein Entkommen. Es fehlt an allem: an Raum zum Ausweichen, fließend Wasser, Ärzt*innen und medizinischer Ausstattung.

Nun fordern Weltbank und Internationaler Währungsfonds ein sofortiges Schuldenmoratorium und eine anschließende Neubewertung der Schulden. Auch unser Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) will diesen Ansatz verfolgen. Aber Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) steht auf der Bremse. Deswegen starten wir einen Appell und zeigen Scholz mit Zehntausenden von Unterschriften, dass er den Weg für ein lebensrettendes Moratorium frei machen muss. Bitte unterstützen Sie unsere Aktion und unterzeichnen Sie jetzt!

Zum Unterzeichnen klicken Sie bitte hier..
Nein, eine Weiterempfehlung wäre ein großer Fehler.

Dies ist ein Themenvorschlag von Campact. Wir haben Sie und weitere 10.999 zufällig ausgewählte Campact-Unterstützer*innen angeschrieben. Ob wir die Petition weiteren Campact-Unterstützer*innen empfehlen, hängt auch von Ihrer Teilnahme ab. Wenn Ihnen das Thema wichtig ist, unterzeichnen Sie bitte und leiten Sie die Petition gerne an Ihre Freund*innen weiter.

Herzliche Grüße
Jutta Sundermann, Campaignerin


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Re: Campact

Beitrag von kleine-Hexe » Do 9. Apr 2020, 19:10

Liebste Leute,

Nazis instrumentalisieren selbst die Corona-Pandemie für Stimmungsmache. Sie verbreiten bewusst falsche Informationen hier lang und Verschwörungstheorien. Sie begründen die Verbreitung des Coronavirus mit Migration und hetzen gegen Geflüchtete. Obwohl wir inzwischen wissen, welche große und fatale Rolle die Ski-Urlauber und Hotel- und Barbetreiber in Ischgl bei der Verbreitung des Virus in der EU gespielt haben. Auch die Verbreitung aus China in die EU geschah nicht aufgrund Schutzsuchender, sondern wurde von Urlauber*innen und Geschäftsleuten mitgebracht. Die aktuellen Werte der Pandemie ist eine logische Schlussfolgerung des Kapitalismus und der Globalisierung. Nazis sind aber Fakten egal. Sowie ihrer Zielgruppe.

Für die Verbreitung von falschen Informationen nutzen Nazis Kanäle wie YouTube und Whatsapp. Sie können machen, was sie wollen, denn das Netz wird auch von dem Staat so behandelt wie ein rechtsfreier Raum.

Die Pandemie bestimmt unseren Alltag. Viele haben verständlicherweise Angst um ihr Leben und das ihrer Liebsten. Das kaputt gesparte Gesundheitswesen kann auch in Deutschland ähnliche Zustände verursachen wie in Italien und Spanien. Der Höhepunkt wurde in Deutschland noch nicht erreicht. In dieser Krisensituation bleiben größere Teile der Bevölkerung zuhause, entweder freiwillig aus Rücksicht, aufgrund der Ausgangsbeschränkungen, oder weil sie Risikogruppe sind. Für Menschen, die von Rechtsextremen gedroht werden, deren Adresse im Netz oder in Feindeslisten steht, bedeutet das: Sie sind in dieser besonderen Situation leichte Beute. Nazis wissen, wo sie sind: Zuhause.

Die Bundesregierung bzw. der Verfassungsschutz hier lang warnt vor Nazianschlägen, die jetzt vermehrt ausgeübt werden könnten: "In Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sollen Waffen und Munition aus Verstecken, sogenannten Safehouses, geholt worden sein." Die Opposition fordere, dass Nazis innerhalb der Polizei und dem Militär besonders beobachtet werden sollen. Das ist wichtig.

Letzte Woche erreichte uns nämlich die Nachricht, dass Akten bei den Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Mörders von Walter Lübcke hier langverschwunden seien. Während also alle mit der Pandemie beschäftigt sind, verschwinden wichtige Akten mordender Nazis. Wie das passiert ist, weiß bisher noch niemand. Lässt sich raten, dass sich ein Blick in die Strukturen lohnt. Wenn Nazis nicht ihre eigene Leute haben, die Zugang zu den Akten haben, dann müssten sich die Akten Beine wachsen lassen haben und davongelaufen sein. Anders kann ich es mir persönlich nicht erklären.

Die Corona-Krise hat uns total im Griff. Aber die Gewalt der Rechtsextremen wartet nicht solange. Ganz im Gegenteil. Für sie ist das die perfekte Gelegenheit, ihre nassesten Träume zu verwirklichen: Hass und Chaos stiften, angreifen und sogar morden. Das Netz und die sozialen Netzwerke spielen dabei eine wichtige Rolle bei ihrem Austausch und ihrer Organisation. Alleine diese Woche hat sich herausgestellt, dass Nazigruppierungen auf Twitter die Wohnadressen von Menschen der Öffentlichkeit, die von Rassismus betroffen sind oder deren Einstellung Nazis nicht gut finden, in ihren Chatgruppen austauschen und planen, diese "zuhause zu besuchen".

Eine Freundin von mir war betroffen von einem solchen "Plan". Als sie am nächsten Tag Hilfe bei der Polizei suchte, wollte diese ihre Anzeige nicht annehmen und hat sie mit Sprüchen wie "Wissen Sie, wie viele Menschen zurzeit gedroht werden? Da können wir nichts machen, besteht keine Lebensgefahr. Stellen Sie eine Online-Anzeige." nach Hause geschickt. Online-Anzeigen nehmen allerdings Wochen in Anspruch. Es könnte also zu spät sein, bis die Polizei darauf reagiert. Als sich meine Freundin am nächsten Tag bei einer Opferberatungsstelle meldete, waren diese über das Verhalten der Polizei sprachlos. Mit ihrer Hilfe konnte eine Anzeige erstattet und die Behörden alarmiert werden. Aber nicht ohne Rückendeckung. Das darf doch nicht sein.

Hier kommen zwei der neun Forderungen meiner Petition ins Spiel: Die Polizei muss in Sachen Online-Gewalt und Doxing intensiv geschult werden und ganz nah mit Opferberatungsstellen zusammen arbeiten. Auch wenn ich der Polizei, die meiner Freundin nicht geholfen hat, nichts Böses unterstellen möchte und davon ausgehe, dass es sich hierbei um eine unterlassene Hilfsleistung handele, ist eine solche Inkompetenz, die reale Gefahr des Doxings nicht begreifen und einschätzen zu können, weder akzeptabel noch verzeihlich. Denn es geht um Menschenleben.

Auch wenn die Polizei Anzeigen annimmt, werden diese oft eingestellt, weil die Betreiber der sozialen Netzwerke nicht verpflichtet sind, die Daten der Nutzer*innen, die drohen und Gewalt ausüben, herauszugeben. Einerseits ist das gut, denn wir brauchen sicherlich keinen Überwachungsstaat, in dem die Behörden einen direkten Zugriff auf unsere Daten haben. Dennoch muss die Kompetenz, zwischen Schutz und Überwachung unterscheiden zu können, dringend her. In einer Reportage beim MDR hier lang schildere ich meine Erfahrungen mit Online-Gewalt und gescheiterten Anzeigen. Auch andere Betroffene kommen zu Wort und es wird auch mit Expert*innen und der Polizei gesprochen.

Heute möchte ich euch bitten, meine Petition auch während der Corona-Krise zu unterstützen. Bitte teilt den Link auf euren Kanälen und spricht mit Menschen über diese große Gefahr. Gerne könnt ihr die Nachrichten und die MDR-Reportage, die ich in dieser Mail verlinke, als Quelle herumreichen. Viele können die Dimension der Gefahr von Online-Gewalt verständlicherweise nicht einschätzen. Immerhin ist die große Rolle der sozialen Netzwerke in unserem Leben so neu. Vielleicht helfen ihnen die Quellen dabei.

Ich wünsche euch viel Kraft in dieser Krisenzeit. Vielen Dank für eure Unterstützung!

Liebe Grüße
Sibel Schick


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Re: Campact

Beitrag von kleine-Hexe » So 19. Apr 2020, 11:22

diese Kampagne wurde gerade auf WeAct - der Petitionsplattform von Campact - gestartet. Wenn Sie die Petition unterstützen möchten, können Sie hier unterzeichnen:


Gestartet von: Andrea Witthohn
Corona-Soforthilfe NRW - Soforthilfebeschränkungen ändern und Rechtssicherheit schaffen!
An: Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Wenn hier kein Bild angezeigt wird, müssen Sie die Anzeige von Bildern freischalten!
UNSERE FORDERUNG
In NRW dürfen die beschlossenen Corona-Soforthilfen nicht für private Zwecke genutzt werden. Das ist absurd, denn der Verdienstverlust betrifft natürlich auch den privaten Bereich: Mieten müssen gezahlt, Lebensmittel gekauft und laufende Verträge weiter bezahlt werden.

Deshalb fordern wir:
1. Es muss Rechtssicherheit für die Unternehmer hergestellt werden, wofür die gewährten Hilfen verwendet werden dürfen! Hier müssen konkrete und eindeutige Formulierungen geschaffen werden, die als klare Orientierung dienen können.
2. Ein klar definierter Teil der gewährten Hilfen muss zur Deckung der privaten Lebensunterhaltskosten dienen können, so wie dies bereits in Baden-Württemberg umgesetzt wird! Es kann nicht sein, dass Geld gewährt und ausgezahlt wird, dass dann nicht genutzt werden darf und hier auf Hartz-IV-Anträge verwiesen wird. Für viele wird dieser Hartz-IV Betrag nicht ausreichend sein, weil schon ein Großteil davon für die private Miete verwendet werden muss. Verträge laufen weiter, Rechnungen müssen beglichen werden etc. Aktuelle Lebenshaltungskosten lassen sich meist nicht kurzfristig um einen nennenswerten Betrag reduzieren, weil sie an Laufzeiten gebunden sind o.ä.
3. Es muss klar definiert werden, wie genau sich 'zuviel gezahlte Beträge' definieren - Einkommen und Ausgaben variieren häufig stark bei den genannten Berufsgruppen und lassen sich selten exakt beziffern. Der Unternehmer muss davor geschützt sein, später der mangelnden Rückzahlung bezichtigt zu werden!


„Aufgrund der Coronakrise sind viele kleine Unternehmen, viele Freiberufler, Künstler und etliche andere Berufsgruppen in unverschuldete finanzielle Not geraten.

Die Länder und die Bundesregierung, so schien es zunächst, haben sehr schnell und unbürokratisch ein gigantisches Hilfsprogramm in die Wege geleitet, welches diese Berufsgruppen vor dem finanziellen Aus bewahren sollte.

Auf der Seite von Wirtschaft.NRW gab es, als die Webseite mit dem Antrag freigeschaltet wurde, eine Begleitseite mit Informationen und häufig gestellten Fragen.

Auf dieser Seite hieß es u.a.: 'Soloselbständige im Haupterwerb beziehen ihren Lebensunterhalt aus ihrer selbstständigen Tätigkeit und müssen daher auch ihr eigenes Gehalt erwirtschaften, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sofern der Finanzierungsengpass beim Soloselbstständigen im Haupterwerb dazu führt, dass er sein regelmäßiges Gehalt nicht mehr erwirtschaften kann, dient die Soforthilfe auch dazu, das eigene Gehalt und somit den Lebensunterhalt zu finanzieren.'

Schon wenige Tage später, nachdem sich hier viele vor und bei Antragstellung informiert hatten, war dieser Passus plötzlich von der Webseite verschwunden, es fand sich keine eindeutige Aussage mehr zu diesem Thema.

Auf der Informationsseite des Bundes war hingegen plötzlich die Rede davon, dass die bewilligte Coronahilfe nur noch zur Überbrückung rein beruflicher finanzieller Engpässe genutzt werden dürfe und nicht mehr zur Deckung des Lebensunterhaltes. Dieser soll nun gedeckt werden, indem die Betroffenen statt dessen Hartz-IV beantragen: 'Das Soforthilfeprogramms des Bundes unterstützt entsprechend den am 23. März 2020 beschlossenen Eckpunkten kleine Unternehmen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe durch einen Zuschuss bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und der Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Diese laufenden Betriebskosten können unter anderem gewerbliche Mieten, Pachten, Kredite für Betriebsräume und Leasingaufwendungen umfassen, bezogen auf die drei der Antragstellung folgenden Monate. Dagegen können Kosten des privaten Lebensunterhalts wie die Miete der Privatwohnung oder Krankenversicherungsbeiträge nicht durch die Soforthilfe abgedeckt werden. Damit auch insofern die Existenz von kleinen Unternehmen, Freiberuflern und Soloselbständigen nicht bedroht ist, wird der Zugang zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), insbesondere dem Arbeitslosengeld II, vereinfacht. Unter anderem greift hier für sechs Monate eine wesentlich vereinfachte Vermögensprüfung, und Aufwendungen für Unterkunft und Heizung werden für die Dauer von sechs Monaten ab Antragstellung in tatsächlicher Höhe anerkannt.'

Diese sich widersprechenden Informationen haben bei den betroffenen zu großer Verwirrung geführt, viele haben noch nicht einmal Kenntnis davon, dass hier von Seiten NRWs ein entscheidender Passus geändert wurde, weil sie sich auf die gegebenen Informationen verlassen. Inzwischen ist hier keinerlei Rechtssicherheit mehr gegeben! Die Beträge wurden bewilligt und zum großen Teil schon ausgezahlt, aber keiner der Betroffenen weiß, wofür er sie verwenden darf und wofür nicht, und ob er sich nicht im schlimmsten Fall sogar des Subventionsbetruges strafbar macht, oder – im besten Fall – die Beträge zurückzahlen muss und dafür zeitverzögert in eine finanzielle Schieflage geraten wird.

Zudem bietet die Formulierung, die zu den Bedingungen auf dem Bewilligungsbescheid zu finden ist,

'Sollten Sie am Ende des dreimonatigen Bewilligungszeitraumes feststellen, dass diese Finanzhilfe höher ist, als ihr Umsatzausfall abzüglich eventuell eingesparter Kosten (z.B. Mietminderung) und sie die Mittel nicht (vollständig) zur Sicherung Ihrer wirtschaftlichen Existenz bzw. Ausgleich Ihres Liquiditätsengpasses benötigen, sind die zuviel gezahlten Mittel auf das Konto der Landeskasse […] zurückzuzahlen.'

keinen Anhaltspunkt dafür, wie sich 'zuviel' gezahlte Gelder definieren – woran macht sich fest, welche Einnahmen und Ausgaben der Antragsteller in diesen drei genannten Monaten im Einzelnen gehabt hätte?

Bitte unterzeichnen Sie die Petition, um eine große Anzahl an betroffenen Unternehmern, Künstlern, Freiberuflern etc. vor dem wirtschaftlichen Ruin zu schützen, der auch einen immensen Schaden für Städte und Kommunen, für die Kultur und auch für die Gesamtwirtschaft bedeuten würde!“

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