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Re: Foodwatch kritisiert / Mogelpackungen

Verfasst: Sa 17. Jan 2026, 12:57
von Michael
MSC – bekannt für sein Siegel für nachhaltigen Fischfang – hat auf unsere Kritik reagiert! Gestern haben wir uns getroffen. Und jetzt bin ich wirklich wütend: Der MSC will zerstörerische Fangmethoden weiter als „nachhaltig“ zertifizieren – und sagt: Ist halt leider alles sehr kompliziert.

Wir finden dagegen, es ist ganz einfach: In sogenannten „Fischsammlern“ für den Thunfisch-Fang verheddern sich jährlich 200.000 Seidenhaie und sterben einen qualvollen Tod, Rochen und Meeresschildkröten landen im Netz. Das ist keine „nachhaltige Fischerei“!

Gelten muss: Wo „nachhaltige Fischerei“ draufsteht, darf kein Fisch drinstecken, der mit solchen meeresschädlichen Methoden gefangen wurde. Davon lassen wir uns auch durch freundliche Gespräche nicht abbringen.

Unsere Antwort: Weiterer Protest – mehr Unterschriften. Bitte helfen Sie mit dem MSC zu zeigen: Wir lassen uns dieses Greenwashing nicht länger gefallen!

Jetzt gegen Überfischung unterzeichnen!hier lang
Unseren Newsletter vom Aktionsstart mit mehr entlarvenden Fakten finden Sie unten.

Danke für Ihre Unterstützung und herzliche Grüße!

Annemarie Botzki
Recherche und Kampagnen


Achten Sie beim Thunfisch-Kauf auch auf das blaue MSC-Siegel? Dann habe ich schlechte Nachrichten für Sie: Viele Menschen glauben, die ökologische Alternative zu wählen. Tatsächlich bekommen das MSC-Siegel aber auch industrielle Fangflotten, die den Beifang gefährdeter Arten in Kauf nehmen.

70 Hochseehaie, rund 4.400 Seidenhaie, 8 Meeresschildkröten, 3 Mantarochen und 2 Walhaie – so viel Beifang wurde 2022 auf nur einer MSC-zertifizierten Flotte dokumentiert. [1] Diese Zahlen zeigen: Es geht nicht um ein paar bedauerliche Einzelfälle, sondern um einen massiven Beifang geschützter Arten – trotz Zertifizierung.

Und der MSC? Statt klar Verantwortung zu übernehmen, versteckt er sich hinter schwachen Kriterien - viele Fangflotten bekommen sogar ein Siegel auf Probe. Die Probleme sollen dann irgendwann in der Zukunft gelöst werden.

Bisher haben vor allem Expert:innen und Umweltorganisationen den MSC kritisiert – ohne Wirkung. Wenn jetzt zehntausende Verbraucher:innen dem Siegel das Vertrauen entziehen und protestieren, können wir den MSC zu Änderungen bewegen. Denn ohne das Vertrauen der Verbraucher:innen ist ein Siegel nichts wert. Unterschreiben Sie jetzt: Kein MSC-Siegel für Fischereien mit Beifang gefährdeter Arten!

Gegen Siegel mit Beifang unterschreiben!hier lang
Monatelang haben wir Thunfischdosen gekauft, Tracking-Nummern verglichen und Fanggebiete recherchiert. Jetzt können wir belegen: In Thunfischdosen mit MSC-Siegel steckt zwar zertifizierter Skipjack-Thunfisch – doch einige Fischereien spielen ein doppeltes Spiel: Bei denselben Fangeinsätzen werden auch andere Thunfischarten gefangen, insbesondere der überfischte Großaugenthunfisch. [2] Dann wird sortiert: Der Skipjack kommt mit blauem Siegel in die Dose. Der überfischte Großaugenthunfisch wird einfach ohne Siegel zu Geld gemacht – profitables Greenwashing.

Besonders problematisch ist der Fischfang auch, weil die Flotten oft mit meeresschädlichen Fischsammlern und gewaltigen Ringwaden-Netzen arbeiten. Die schwimmenden Plastik-Konstruktionen locken nicht nur Thunfische an, die gefangen werden sollen - sondern auch gefährdete Haie, Rochen, Meeresschildkröten, überfischte Thunfische und viele Jungfische. Viele dieser Fischsammler enden später einfach als Plastikmüll im Meer und an den Küsten. Trotzdem zertifiziert der MSC immer mehr dieser Fangflotten als „nachhaltige Fischerei“ – und verharmlost damit massive Umweltschäden.

Der MSC muss sich entscheiden: Steht er wirklich für „nachhaltige Fischerei“ – oder dient er als grünes Deckmäntelchen? Mit Ihrer Unterschrift erhöhen wir den Preis für Greenwashing: Wenn Verbraucher:innen dem MSC-Siegel öffentlich das Vertrauen entziehen, werden auch Händler und Marken nervös – und könnten sich vom MSC-Siegel abwenden. So kommt die Kritik am MSC-Siegel von allen Seiten und verstärkt unsere Forderung nach echtem Meeresschutz. Unterschreiben Sie jetzt – damit das MSC-Siegel künftig wirklich für verantwortungsvolle Fischerei steht.

Jetzt für Meeresschutz protestieren!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Mit freundlichen Grüßen

Foto von Vorname Nachname
Annemarie Botzki

Kampagnen & Recherchen

PS: Seit den 1970er-Jahren sind die weltweiten Bestände von gefährdeten Arten wie Rochen und Haien um 71 Prozent eingebrochen. Viele verlassen sich beim Fischkauf auf das MSC-Label – in der Hoffnung, die Meere zu schützen. Bitte unterschreiben Sie jetzt für echten Meeresschutz!

> Hier klicken & unterschreiben!

Quellen:

[1] Marine Stewardship Council (MSC), Surveillance Report – Year 1: Echebastar Indian Ocean Purse Seine Skipjack Tuna Fishery, veröffentlicht am 30. Juni 2023,
Tabelle 4-8, S. 22, Zugriff am 4.8.2025

[2] foodwatch-Report „Thunfisch: Täuschung in Dosen“: Gefährliche Überfischung mit MSC-Siegel, Seite 8, August 2025.

Re: Foodwatch kritisiert / Mogelpackungen

Verfasst: Do 5. Feb 2026, 14:00
von Manu
war Ihr Januar auch kalt und ungemütlich? In unserem Büro herrschte oft Stille: Kolleg:innen lagen mit Erkältung flach – oder waren auf der Grünen Woche. Empört kamen sie zurück:

Niedliche kleine Kälbchen, die auf Stroh stehen, das soll Haltungsstufe 1 sein?! In Wahrheit stehen die Tiere in der Regel auf Beton-Spaltenboden. Und viel enger, als es bei Jungtieren wirkt. Solche falschen Idyllen werden wir auch 2026 entlarven – danke, dass Sie dabei sind!

Hier weitere Themen, die unsere Gemüter im Januar erhitzt haben:

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Podcast: Warum redet keiner über diese Skandale?

In unserem Podcast erfahren Sie mehr zu unseren größten Aufregern des Monats: von Pestiziden in unserem Essen bis zu vergifteter Babynahrung. Ackergifte und Nestlé – warum bleiben diese Aufreger unter dem Radar?

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In diesem Sinne – bleiben (oder werden) Sie gesund!

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Christiane Groß, Leitung Webteam
Christiane Groß
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