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Parkitect

Verfasst: Sa 12. Jan 2019, 13:27
von Michael
Isometrischer Vergnügungspark
Vor gut zwei Jahren startete die Rückkehr der digitalen Vergnügungsparks. Innerhalb zweier Tage erschien sowohl der umstrittene Nachfolger der Traditionsserie Rollercoaster Tycoon World, als auch der medial deutlich höher angepriesene Neuling Planet Coaster. Letzterer zeichnete sich vor allem durch seine kreativen Möglichkeiten aus. Der Management-Teil des Parks stand aber vergleichsweise im Hintergrund. Doch zum selben Zeitpunkt befand sich schon ein weiterer Genre-Verwandter im Early Access: Parkitect.
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Die gute alte Zeit
Man könnte meinen der Markt wäre mit Planet Coaster und Rollercoaster Tycoon World gesättigt. Zwei größere Produktionen, die ein altes Genre neu beleben und dann ist da so ein kleiner Indie-Entwickler, der auch ein Stück vom Kuchen abhaben möchte. Kann das überhaupt funktionieren?

Es funktioniert sogar sehr gut. Während die oben genannten Spiele eher geistige Nachfolger des dreidimensionalen Rollercoaster Tycoon 3 sind, orientiert sich Parkitect stark an den beiden Vorgängern, inklusive der isometrischen Perspektive.

Der Look ist deutlich minimalistischer und bezaubert durch klare, eher runde Formen und kräftige Farben. Die Parkbesucher muten indes wie die Mii-Avatare der Nintendo-Konsolen an. Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, gewöhnt man sich jedoch schnell an den Look, der auch eine klare Design-Entscheidung war. Das Team des Entwicklers Texel Raptor besteht nämlich nur aus drei Personen.

Und dafür kann sich die Optik des Spiels mehr als sehen lassen und noch wichtiger: Sie ist in sich stimmig. Es gibt genug Spiele, dessen Grafikelemente für sich beeindruckend sind, aber im Zusammenspiel nicht homogen wirken. Vor allem in der Nacht überzeugt die Grafik zudem mit einer beeindruckenden Beleuchtung durch Lampen und die zahlreichen Lichter der Attraktionen selbst.

Eine ganze Menge Content
Auch in Sachen Content muss das kleine Parkitect sich nicht vor der Konkurrenz scheuen. Mehr als 70 Attraktionen wollen in eurem Park Platz finden. Darunter befinden sich zahlreiche klassische Fahrgeschäfte vom Kinderkarusell bis zum furchteinflößenden Free-Fall-Tower. Letzterer lässt sich im Gegensatz zu seinen Planet Coaster-Pendants sogar in der Höhe selbst einstellen.

Achterbahnen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ihr könnt euch sowohl bei fertigen Achterbahnen bedienen, als auch selbst eure Achterbahn der (Alb-)träume erstellen. Dabei platziert ihr selbstständig Schiene für Schiene, deren Länge, Neigung und Steilheit ihr selbst bestimmen könnt. Da die Welt jedoch wie in alten Zeiten aus quadratischen Feldern besteht, seid ihr für Kurven auf 90 Grad, in manchen Fällen auch 45 Grad-Schritte limitiert. Da vermisst man als Planet Coaster Veteran doch die Freiheiten, komplett frei gestalteter Achterbahnen.

Ebenso fehlt im Vergleich zum bisherigen Genre-Primus die Möglichkeit einer Autovervollständigung der Bahn. Das führte bis vor kurzem zu sehr langwierigen Fummeleien, da es durch die bruchtteiligen Höhenabstufungen zu Problemen im Streckenabschluss führte, wenn die Bahn am Ende statt der benötigten Höhe von „2“ plötzlich „2 ¼“ hatte. Mit dem Patch 1.2 kam zum Glück eine Verbesserung, die bei kleinen Höhenunterschieden eine automatische Höhenanpassung am Streckenende durchführt. Möchte man die Achterbahn selbst als Fahrgast erleben, muss man übrigens auf eine Mod zurückgreifen.

Apropos Mods: Ein praktisches Feature ist außerdem die Einbindung des Steam Workshops. Darüber könnt ihr euch jederzeit neue Fertigachterbahnen oder auch dekorative Gebäude für euren Park runterladen. Im Gegensatz zu den meisten Spielen, ist jedoch nicht einmal der Neustart notwendig.