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kleine-Hexe
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Lobby Control

Beitrag von kleine-Hexe » Mi 12. Feb 2020, 05:49

wir freuen uns, dass Sie sich für LobbyControl interessieren. Damit Sie uns besser kennenlernen können, berichten wir Ihnen heute von unseren Zielen und unserer Arbeit. Uns ist wichtig, dass in unserer Demokratie jede Stimme gleich viel zählt: Deswegen muss bei politischen Entscheidungen das Gleichgewicht der Kräfte gewahrt sein. Das ist nicht immer der Fall. Einzelne Unternehmen sowie auch Verbände von Wirtschaftsunternehmen betreiben auf Länder- und EU-Ebene in großem Stil Lobbyismus.

Dabei nutzen große Konzerne manchmal ausgefeilte Lobby-Strategien an Orten, wo man nicht damit rechnet: So gab es den Schulwettbewerb „Lesen macht Spaß“ des Internet-Giganten Amazon. Der Konzern ist bekannt für seine Steuervermeidungs-Tricks und schlechten Arbeitsbedingungen. Durch den Schulwettbewerb wurden unkritische Berichte über Amazon in Lokalzeitungen verschiedener Städte verbucht, in denen sich auch viele Bürgermeister dieser Städte positiv über den Giganten äußerten. Die Kritik bezogen auf schlechte Arbeitsbedingungen und Steuerflucht rückte in den Hintergrund. Hier kommen wir ins Spiel – wir wollen das ändern.

Unsere Ziele

Transparenz: Wir machen transparent, wer auf Politik und Öffentlichkeit Einfluss nimmt und wie das passiert.
Schranken für Lobbyismus: Wir setzen dafür ein, dass einseitige Einflussnahme auf Politik und Öffentlichkeit begrenzt wird.
Kooperation: Wir kooperieren national wie auch international mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, um unsere Position zu stärken.
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Unsere Arbeit

Recherchen: Wir forschen nach und klären auf! Wir zeigen, wie Lobbyisten arbeiten. Wir informieren über Strategien und Strukturen, decken Fälle von Lobbyismus auf und berichten über Skandale. Dafür werten wir Medien aus, kombinieren Informationen aus Archiven und Registern, nutzen die Auskunftspflicht der Ämter und führen Gespräche mit Expert*innen und Insidern. In den Parlamenten nehmen wir als Sachverständige an Anhörungen teil.
Öffentlichkeitsarbeit: Wir sind breit gefächert für Sie unterwegs! LobbyControl ist die Expertenorganisation für Lobbyismus in Deutschland und Europa. Journalisten, aber auch Politiker*innen und Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft haben uns besucht, nach unserer Einschätzung verschiedener Sachverhalte gefragt und um Vorträge oder Workshops gebeten. Um Sie zu informieren, veröffentlichen wir unsere Arbeitsergebnisse über unseren Newsletter, auf unserer Webseite, in den sozialen Medien und in Publikationen, die in unserem Shop erhältlich sind.
Lobbyarbeit: Wir setzen uns für eine transparente Demokratie ein! Wir sprechen mit relevanten Personen in der Politik und überzeugen mit guten Argumenten. Wir bringen dabei unsere Forderungen ein und schlagen konkrete Schritte für Verbesserungen vor – etwa verpflichtende Lobbyregister in Brüssel und Berlin. Wir bringen uns in heiße Debatten ein, um unsere Lösungen bekannt zu machen. Wir arbeiten an den wichtigen Fragen aber auch dann weiter, wenn sie gerade nicht im Mittelpunkt stehen: Denn um politische Veränderungen durchsetzen zu können, brauchen man einen langen Atem und muss immer gut vorbereitet sein.
Kampagnenarbeit: Wir greifen ein und organisieren Protest! Wir starten, zum Beispiel vor Wahlen, spezielle Kampagnen. Wir fragen Politiker*innen, was sie konkret gegen die übergroße Macht von Konzernen tun wollen, veröffentlichen die Ergebnisse und sorgen dafür, dass es nicht bei schönen Worten bleibt. Wir sammeln Unterschriften, überreichen Petitionen und machen klar – die Stimme von jeder und jedem zählt. Wir nehmen an Podiumsdiskussionen teil und vertreten unseren Standpunkt. Wir gehen auf die Straße für unsere Forderungen und demonstrieren für ein Gleichgewicht der Kräfte in der Demokratie.


Unsere Erfolge

Mit unserer Arbeit konnten wir immer wieder Erfolge erzielen, hier ein paar Beispiele:

Seit Oktober 2012 gibt es mehr Transparenz bei Nebeneinkünften von Abgeordneten der Bundesregierung. Sie müssen in zehn Stufen bis 250.000 Euro offengelegt werden.
Im Juli 2015 wurde auf Bundesebene eine gesetzliche Karenzzeit für den Wechsel von Politiker*innen in die Wirtschaft eingeführt.
2016 setzte das EU-Parlament zwei unserer langjährigen Forderungen um: So dürfen sich die Abgeordneten nur noch mit registrierten Lobbyist*innen treffen und nicht mehr nebenbei selbst als Lobbyist*in arbeiten.
Im Januar 2019 stimmte das EU-Parlament dafür, dass wichtige Abgeordnete Treffen mit Lobbyist*innen veröffentlichen müssen.
Unsere Arbeit ermöglicht Journalist*innen und Bürger*innen kritische Fragen und Protest. Und das wirkt. So musste Amazon den eingangs erwähnten Schulwettbewerb inzwischen einstellen – nachdem wir in Fall in die breite Öffentlichkeit getragen hatten.

Wir sind transparent und unabhängig

Wir nehmen keine Spenden von Unternehmen oder staatliche Mittel an und sind im Lobbyregister der EU eingetragen. Freiwillig halten wir uns an die Richtlinien der Initiative Transparente Zivilgesellschaft: Auf unserer Homepage finden Sie unsere Satzung, die Finanzberichte sowie die Datenschutzerklärung mit den Kontaktdaten unseres Datenschutzbeauftragten.

Liebe, wir danken Ihnen für Ihr Interesse. Wir werden Sie regelmäßig über unsere Arbeit informieren und uns auch in Ihrem Namen für eine lebendige Demokratie einsetzen und den Lobbyisten auf die Finger schauen.

Mit lobbykritischen Grüßen
Ihr LobbyControl-Team


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Re: Lobby Control

Beitrag von kleine-Hexe » Mi 12. Feb 2020, 05:49

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LobbyControl ist gemeinnützig - Sie erhalten eine Spendenquittung.
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Re: Lobby Control

Beitrag von Dragon » Fr 13. Mär 2020, 09:59

es fällt in diesen Tagen schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich mit anderen Themen als Corona zu beschäftigen. Doch anders als das öffentliche Leben kommen unsere Themen nicht zum Erliegen. Mein Kollege Ulrich Müller und ich haben in den letzten Wochen noch einmal nachgeforscht, was aus unserer Recherche zu den Monsanto-finanzierten Glyphosat-Studien geworden ist. Unsere Ergebnisse waren unerfreulich und ermutigend zugleich.

Bild: Acker mit Spritzfahrzeug Pestizid

Monsantos verdeckte Glyphosat-Studien: Reaktionen und neue Fälle hier lang

Die gute Nachricht vorweg: Im letzten Dezember hatten wir über einen Fall aus Gießen berichtet. Das private Institut eines Professors der Uni Gießen hatte Studien über Glyphosat in Fachjournalen veröffentlicht, die vor einem Glyphosat-Verbot warnten. Wir fanden heraus: Diese Studien hatte Monsanto beauftragt und finanziert. Als wir diese Recherche veröffentlicht, brachte dies einiges ins Rollen.

Die Fachzeitschrift, in der die Monsanto-finanzierten Recherchen veröffentlicht wurden, hat die Artikel inzwischen formal zurückgenommen. Das ist eine Blamage für Monsanto und die Autoren. Und gleichzeitig ist das ein ermutigendes Signal: Geheim finanzierte Forschung hat keinen Platz in wissenschaftlichen Journalen!

Unerfreulich ist dagegen, dass Monsantos Lobbystrategie noch größere Ausmaße hat, als bislang bekannt. Auch in Großbritannien haben wir Aufsätze entdeckt, die von Monsanto beauftragt und finanziert wurden, ohne dass dies entsprechend gekennzeichnet war. Hier kommt Glyphosat-Einsatz ebenfalls auffällig gut weg – offenbar zum Teil auch dank Monsantos Einfluss auf die verwendeten Daten. Damit zeigt sich: Monsanto hat gleich in mehreren Ländern auf fragwürdige Weise die Glyphosat-Debatte beeinflusst.

Doch auch bei dem jetzigen Monsanto-Eigentümer Bayer hat unser Nachbohren einiges bewegt. In Zukunft will das Unternehmen von dieser fragwürdigen Lobbystrategie seines aufgekauften Unternehmens abrücken. Keine intransparente Forschung mehr von Bayer/Monsanto? Das lässt hoffen. Und doch braucht es bei der 2022 anstehenden Neuzulassung einen kritischen Blick auf neue Studien, die von den Glyphosat-Herstellern in die Diskussion gebracht werden.

Lesen Sie die ganze Geschichte zu Monsantos geheimer Wissenschaftsfinanzierung hier lang

Außerdem in diesem Newsletter: Die Top-Spender an die Parteien im Jahr 2018 und neue Entwicklungen bei den TTIP 2.0.-Gesprächen.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund,
Christina Deckwirth und Ulrich Müller

P.S.: Unsere neue Recherche erscheint heute auch in der britischen Tageszeitung Guardian. Wir freuen uns, dass wir damit auch im englischsprachigen Raum mehr Licht in die Glyphosat-Debatte bringen können.

Außerdem im Newsletter:

Bild: Acker mit Spritzfahrzeug Pestizid
Monsanto: Noch mehr unsaubere Glyphosat-Studien
Anfang Dezember berichteten wir über Glyphosat-Studien, die Monsanto verdeckt finanziert und für die eigene Lobbyarbeit eingesetzt hatte. Nun stellt sich heraus, dass der Fall noch größere Ausmaße hat und bis nach Großbritannien reicht. Gleichzeitig zeigen die Reaktionen auf unsere erste Recherche, dass einiges ins Rollen gebracht wurde. Das ist gut und ermutigend.
Weiterlesen

Bild: Kein TTIP durch die Hintertür
Was ist los bei TTIP 2.0?
Die EU-US Handelsgespräche nehmen rasant an Fahrt auf. Eigentlich darf die Kommission nur über Zölle und Verfahren zur Konformitätsbewertung verhandeln. Doch in den letzten Wochen wurde deutlich: Im Schatten der Gespräche bereitet die EU die Deregulierung von gentechnisch veränderten Pflanzen, Pestiziden und Chemikalieneinsatz in der Fleischproduktion vor. Unser Briefing sorgt für Klarheit.
Weiterlesen
.
Bild: Bündel Geldscheine
Sag, von wem die Spenden sind...
Seit Ende Februar liegen die Rechenschaftsberichte der Parteien über das Jahr 2018 vor. Lesen Sie in unserer Auswertung, von wem die größten Parteispenden kamen und wie manche Geldgeber versuchten, die Transparenzregeln auszutricksen.

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Re: Lobby Control

Beitrag von Dragon » Mi 18. Mär 2020, 13:48

die Coronavirus-Pandemie stellt uns als Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Das öffentliche Leben ist bereits stark eingeschränkt. Politische, soziale und wirtschaftliche Folgen sind noch kaum absehbar. Als Gesellschaft müssen wir jetzt zusammenhalten, Solidarität zeigen und neue Formen der Zusammenarbeit erproben. Das gilt auch für uns bei LobbyControl.

Seit vergangenen Freitag haben wir in unseren Büros in Köln und Berlin alle nötigen Sachen gepackt, um unsere Arbeit ins Home-Office zu verlegen. Am Montag blieb allein unser Techniker Robin übrig – er bringt noch die letzten Laptops auf Zack, damit alle einwandfrei von zu Hause aus arbeiten können.

Bild: Teamsitzung von LobbyControl per Videokonferenz
Bild: Teamsitzung von LobbyControl per Videokonferenz

Denn unsere Arbeit steht nicht still. Durch unsere zwei Standorte sind wir geübt in Videokonferenzen und Online-Kommunikation, und natürlich laufen auch bei uns jetzt Telefone und Chatkanäle heiß, damit Absprachen für unsere tägliche Arbeit getroffen werden können.

Trotzdem gibt es Einschränkungen. Viele von uns haben kleine Kinder, die jetzt zu Hause betreut werden müssen. Manche sind besonders betroffen oder in Sorge, weil sie selbst oder Verwandte einer Risikogruppe angehören. Kurz, es geht uns nicht anders, als sicherlich vielen von Ihnen.

Doch wir sind überzeugt, dass diese drastischen Maßnahmen der „sozialen Isolation“ jetzt wichtig sind, um die Pandemie zu verlangsamen. Das ist entscheidend, damit das Gesundheitssystem standhält und im Ernstfall auch für die Ältesten und Schwächsten in unserer Gesellschaft alles getan werden kann, um ihre Leben zu retten.

Deshalb beschränken wir uns heute nicht auf unsere Rolle als Demokratie-Wächter, sondern haben eine Bitte: Bleiben Sie so viel es geht zu Hause. Unterstützen Sie besonders gefährdete Personen in Ihrem Umfeld. Und informieren Sie sich aus seriösen Quellen. Politik und Behörden sind gefragt im Umgang mit dieser Krise, aber in besonderem Maße sind es gerade wir alle gemeinsam. Demokratie lebt auch von sozialem Zusammenhalt, und der drückt sich im Moment darin aus, dass wir zu Hause bleiben, statt Basketball in Parks zu spielen oder sich privat in großen Gruppen zu treffen, dass wir für die ältere Dame von nebenan den Einkauf erledigen und dass wir gesicherte Informationen verbreiten statt Gerüchte.

Wir möchten dazu unseren Beitrag leisten und haben deshalb nicht nur unser ganzes Team ins Home-Office verbannt, sondern auch alle Reisen und Veranstaltungen und leider auch unsere lobbykritischen Stadtführungen in Berlin zunächst bis zum 19. April abgesagt.

Seit nunmehr über 10 Jahren erkunden wir das Regierungsviertel in Berlin mit unseren Stadtführungen – und seien Sie gewiss: Wenn diese Krise gut überstanden ist, werden wir Ihnen mit unserer überarbeiteten und aktualisierten Tour wieder aufzeigen, wo Lobbyistinnen und Lobbyisten sitzen und was sie tun.

Auch den Versand von Publikationen und Materialien aus unserem Büro, den wir derzeit aussetzen müssen, werden wir so schnell wie möglich wieder aufnehmen.

Und bis dahin legen wir nicht die Hände in den Schoß. Trotz der aktuellen Einschränkungen engagieren wir uns dagegen, dass einseitiger und undurchsichtiger Lobbyismus einigen Wenigen Vorteile einbringt zu Lasten vieler anderer. Diese Arbeit wird auch oder vielleicht sogar besonders in den kommenden Wochen und Monaten wichtig sein.

Lassen Sie uns jetzt gemeinsam solidarisch handeln und zugleich streitbar und kritisch bleiben für eine lebendige Demokratie.

Herzliche Grüße aus den eigenen vier Wänden,

Ihre Heidi Bank
Politische Geschäftsführerin

P.S.: Wir wünschen Ihnen allen die nötige Kraft für die kommende Zeit!


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Re: Lobby Control

Beitrag von Anne » Mi 25. Mär 2020, 10:19

die Ausbreitung des Corona-Virus macht deutlich: Auch Ereignisse, die weit weg sind und auf den ersten Blick unwichtig erscheinen, können drastische Folgen für uns haben. Ähnlich verhält es sich mit Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA, deren katastrophale Folgen sich erst Jahre später bemerkbar machen. Derzeit mag die EU-Handelspolitik auf Eis liegen, da die Kommission momentan vollauf mit der Bewältigung der Coronakrise beschäftigt ist. Doch dieser Zustand wird nicht ewig anhalten, deshalb müssen wir unsere Arbeit hier weiter vorantreiben.

Ein kurzer Rückblick: Das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA „TTIP“ verschwand nach den Protesten 2015/16 und der Amtsübernahme Trumps erst einmal in der Schublade. Andere Handelsabkommen wurden danach transparenter verhandelt – ein wichtiger Erfolg der Protestbewegung von damals, der auch wir angehörten.


Doch die Gefahr war nur vorläufig gebannt. Seit Anfang 2019 laufen die Verhandlungen zu TTIP 2.0 wieder. Der hart erkämpfte Gewinn an Transparenz weicht seither neuer Geheimniskrämerei. Wichtige demokratische Spielregeln und soziale Errungenschaften stehen hinter den Kulissen erneut zur Diskussion. Wir müssen JETZT aktiv werden.

Die EU-Kommission scheint alle Versprechen an die Zivilgesellschaft vergessen zu haben. Transparenz? Fehlanzeige. Auch der einseitige Lobbyeinfluss ist unverändert groß – seit dem Neustart der Verhandlungen im Juli 2018 trafen sich VertreterInnen des Handels-Ressorts zu 92 Prozent mit LobbyistInnen, darunter VertreterInnen von Konzernen wie VW und mächtigen Unternehmensverbänden wie BusinessEurope.

Eine große Gefahr für unsere Demokratie sehen wir in der „regulatorischen Kooperation“. Lobbyistinnen und Lobbyisten sollen hierbei Gesetzesentwürfe zur Kommentierung vorgelegt bekommen, noch bevor demokratisch gewählte Abgeordnete darüber entscheiden dürfen. Konzerne könnten dadurch Gesetzesvorhaben beeinflussen oder im Keim ersticken, die ihren Interessen zuwiderlaufen. Das erschwert die Festlegung wichtiger neuer Regeln zum Schutz von Umwelt und Verbraucherinnen und Verbrauchern und gefährdet hart erkämpfte bestehende Regeln. Dafür hat die EU-Kommission nicht einmal ein Mandat.

Diese vier Gefahren von TTIP 2.0 müssen wir verhindern:

Regulatorische Kooperation ist undemokratisch und gefährdet Verbraucher- und Umweltstandards. Sie darf nicht Bestandteil der Gespräche mit den USA sein!
Die EU-Kommission hat ein Mandat, daran muss sie sich auch halten! Das heißt, dass sie keine inhaltlichen Erweiterungen, beispielsweise im Bereich Landwirtschaft, einführen darf.
Wir haben das Recht zu wissen, was unsere politischen VertreterInnen verhandeln! Die EU-Kommission muss Transparenz herstellen und ihre Verhandlungspositionen offenlegen.
Die Verhandlungen sind geprägt vom einseitigen Lobbyeinfluss der Unternehmen. Wir fordern, alle Interessengruppen auf ausgeglichene Weise in die Verhandlungen einzubeziehen!
Ja, ich spende für LobbyControl


Wir informieren Sie: In einer Studie analysieren wir die Entwicklungen der aktuellen Verhandlungen. Wir zeigen die Gefahren auf und bringen Sie auf den neusten Stand.
Wir steigern den Druck: Wir holen durch Gespräche andere Organisationen mit ins Boot. Mit vereinten Kräften können wir einen starken Gegenpol zur Unternehmens-Lobby bilden.
Wir vertreten Ihre Interessen: Wir treten beharrlich an PolitikerInnen heran und kämpfen dafür, dass sie die gefährliche regulatorische Kooperation aus den Verhandlungen ausschließen.
Jetzt für die Arbeit von LobbyControl spenden

Demokratie heißt, mit offenem Karten zu spielen und die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger in gleichem Maße zu vertreten. Dafür setzen wir uns ein. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende. Jetzt Spenden

Vielen Dank für Ihr Interesse. Ich hoffe, dass es Ihnen und Ihren Lieben gut geht und bleiben Sie gesund!

Ihre Laura Große
Expertin für EU-Handelspolitik

PS: Mit Ihrer Hilfe werden wir uns der Aushöhlung der Demokratie durch TTIP 2.0 widersetzen!


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Re: Lobby Control

Beitrag von Anne » Fr 3. Apr 2020, 19:01

es steht viel auf dem Spiel in der Corona-Krise: die Gesundheit tausender Menschen ebenso wie ökonomische Existenzen. Politische Schnellverfahren und ausgesetzte Grundrechte stellen aber auch unsere Demokratie auf eine enorme Bewährungsprobe. Zudem werden gerade gewaltige Beträge bewegt, um die Lasten der Krise aufzufangen. Die Debatten über die Verteilung dieser Summen werden bereits geführt, wichtige politische Entscheidungen stehen weiter an.


Uns treibt dabei die Frage um: Wer nimmt Einfluss auf die Lastenverteilung in der Krise – und wer profitiert am Ende davon? Wir wollen in dieser schwierigen Zeit einmal mehr verhindern, dass finanzstarke Lobbygruppen politische Entscheidungsprozesse einseitig verzerren oder ausnutzen. Deswegen brauchen wir Transparenz, Ausgewogenheit und eine breite Beteiligung in politischen Entscheidungsprozessen. Dafür werden wir uns in der nächsten Zeit einsetzen!

Lesen Sie hierunser Statement "Lobbyismus und Demokratie in der Corona-Krise"

Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass ökonomisch stärkere Gruppen mehr Möglichkeiten haben, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Die Corona-Krise birgt nun die Gefahr gesellschaftliche Machtungleichgewichte zu verstärken und soziale Spaltungen zu vergrößern. Bereits jetzt ist absehbar, dass die großen Digitalkonzerne als Gewinner aus der Krise hervorgehen. Auf der anderen Seite trifft die Krise Schwächere am stärksten. Deshalb müssen wir jetzt genau darauf achten, dass schwächere Interessen, soziale und ökologische Anliegen im Modus der Krisenbewältigung nicht unter die Räder kommen.

Doch genau das droht zu geschehen, wenn die Politik unter hohem Zeitdruck arbeitet. Nach den ersten turbulenten Wochen mit schnellem Regierungshandeln brauchen wir nun auch Raum für besonnene, kritische öffentliche Debatten über die aktuellen Maßnahmen und über eine gerechte Lastenverteilung.

Daher sind uns drei Punkte zur Stärkung der Demokratie in der Corona-Krise besonders wichtig: 1) Ausgewogenheit und Beteiligung, 2) Transparenz und 3) sorgfältige Güterabwägung und Befristung bei der Einschränkung von Grundrechten.

Lesen Sie hiermehr zu unseren drei Punkten zur Stärkung der Demokratie

Derzeit ist noch offen, welche langfristigen Folgen die Corona-Krise für die Gesellschaft haben wird. Es besteht die Gefahr, dass sich Machtungleichgewichte verschärfen und sich die Machtkonzentration auf Regierungsseite verstetigt. Gleichzeitig bestehen auch Chancen: für eine solidarische Lastenverteilung und für eine neue Wertschätzung öffentlicher Institutionen und bisher wenig beachteter, aber zentral wichtiger Berufsgruppen wie etwa in der Pflege, im Einzelhandel oder in der Logistik.

LobbyControl wird sich in den nächsten Wochen für transparente, ausgewogene und partizipative Entscheidungsprozesse einsetzen – insbesondere mit Blick auf die Lastenverteilung der Krise. Zudem werden wir genau beobachten und uns einmischen, wenn Lobbyakteure versuchen, die Krise für Eigeninteressen zu instrumentalisieren. Erste Informationen dazu finden Sie in unseren Corona-Lobbynews.

Mit herzlichen Grüßen und bleiben Sie gesund!
Timo Lange und Christina Deckwirth

P.S.: Derzeit ist es nicht leicht, mit Informationen jenseits des Tagesgeschehens in der Öffentlichkeit vorzudringen und das, obwohl gerade jetzt kritische Berichterstattung besonders wichtig ist. Deswegen freuen wir uns, wenn Sie diese E-Mail weiterleiten oder unsere Social-Media-Posts auf Facebook, Twitter und Instagram weiterverbreiten. Herzlichen Dank!

Außerdem im Newsletter:

Foto Zeitungsleser
Corona-Krise: Lobbyismus und Demokratie
In der Corona-Krise muss sich auch die Demokratie bewähren. Bei der Lastenverteilung der Krise stehen Debatten und Entscheidungen über gewaltige Beträge an. Gerade jetzt brauchen wir transparente und ausgewogene politische Aushandlungsprozesse, um einseitige Einflussnahmen durch finanzstarke Lobbygruppen zu verhindern. Das werden wir als LobbyControl in den nächsten Wochen genau beobachten.
Weiterlesen.

Foto Lobby-News rund um Corona #1
Lobby-News rund um Corona #1
In unseren Lobby-News rund um die Corona-Krise sammeln wir ausgewählte Artikel und Kommentare zur Corona-Krise. Es geht um Fragen von Demokratie und Grundrechten, Lobbyismus und Einflussnahme und sozialem und politischem Ungleichgewicht. In unserer ersten Ausgabe gibt es folgende Themen: ++ Agrarlobby ++ Pharmalobby ++ Klimaschutz und Menschenrechte in der Krise ++
Weiterlesen..
Foto Lobby-News rund um Corona #2
Lobby-News rund um Corona #2
Unsere zweite Ausgabe der Corona-Lobby-News mit folgenden Themen: ++ Lobbyschlacht um das US-Konjunkturpaket ++ Autolobby und CO2-Grenzwerte ++ Debatte um Corona-Bonds ++ Wie langfristige Lobbyarbeit für einen schwachen Staat die Bewältigung der Krise erschwert ++ Aktion für Demokratie und gegen autoritäre Tendenzen ++ Fragen und Antworten zu Grundrechten in der Coronakrise ++

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